Landtagsabgeordneter Andreas Sturm (CDU) im Dialog mit Gregor Ries (Geschäftsführer des Bäderbetriebs), Martina Wilk (Werkleitung Stadtwerke Hockenheim) und Pressesprecher Christian Stalf (Stadt Hockenheim)

Hockenheim. Seit dem 1. Januar 2022 ist das beliebte Hockenheimer Aquadrom geschlossen – und insbesondere in den sozialen Netzwerken wird über die Schließung des Bades, das 13 Becken mit einer Gesamtbeckenfläche von knapp 3.000 Quadratmetern und einem Beckenvolumen von 3.500 Kubikmetern zu bieten hat, heftig diskutiert. Auch den Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (CDU) erreichten diesbezüglich zahlreiche Zuschriften, insbesondere von Familien aus Hockenheim und der Region. Grund genug für den Parlamentarier, das Aquadrom zu besuchen und mit Gregor Ries (Geschäftsführer des Bäderbetriebs), Martina Wilk (Werkleitung Stadtwerke Hockenheim) und Pressesprecher Christian Stalf über die Schließung wie auch über eine Öffnungsperspektive zu sprechen.

„Auch uns erreichen zahlreiche E-Mails und Nachrichten beispielsweise via Facebook, die wir auch alle beantworten. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen sich stetig ändernden Auflagen haben zu einer Verunsicherung vieler Badegäste geführt. Die 3-G-Regelung ging noch, die 2-G-plus-Regelung hat den Besucherstrom fast zum Erliegen gebracht. Hier sind 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt – wenn mehr Mitarbeiter als Badegäste da sind, dann kann man das wirtschaftlich einfach nicht mehr darstellen. Eine Öffnung wäre verantwortungslos“, beschreibt Ries die derzeitige Lage. Und weiter: „Erhöhte Kosten, beispielsweise durch einen höheren Reinigungsaufwand und technische Anpassungen, haben wir mit Augenmaß in die Preisgestaltung haben einfließen lassen. Durch die vorgeschriebenen Kontrollen haben wir einen weiteren Mehraufwand, das ist ja wie beim Boarding am Flughafen.“

Wilk machte deutlich, dass das Aquadrom nicht nur im Wettbewerb mit regionalen Bädern stehe, sondern mit insgesamt 80 Mitbewerbern, die Seen wie den Blausee oder den St. Leoner See und Fitnessstudios mit Schwimmbädern mitgerechnet: „Wir haben hier eine Hochburg der Freizeiteinrichtungen.“ Ein bedeutender Unterschied zu benachbarten Bädern sei es, dass beispielsweise Schwetzingen von seinen umliegenden Gemeinden Oftersheim und Plankstadt entsprechende Zuschüsse für das Bad erhalte. Unabhängig davon sei das Aquadrom „gut in Schuss“: „Seit 2015 werden jedes Jahr rund eine Million Euro investiert.“

Stadtpressesprecher Stalf machte deutlich, dass es für jede Kommune eine große Herausforderung sei, die vom Land kurzfristig geänderten und kommunizierten Rechtsvorschriften zügig umzusetzen. Deutlich wurde Stalf bezüglich der finanziellen Unterstützung seitens des Landes für kommunale Einrichtungen wie beispielsweise das Aquadrom: „Private Betreiber werden unterstützt, wir hingegen nicht. Eigentlich müsste das Land hieran ein Interesse haben.“

Für Schulen und Schwimmvereine ist das Aquadrom nach wie vor geöffnet. „Alle Becken sind belegt, wir haben tagtäglich hier Betrieb“, informiert Ries. „Gerade auch vor dem Hintergrund, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen, hat beispielsweise das Schulschwimmen mit Blick auf die Daseinsvorsorge eine große kommunale Bedeutung“, so Stalf, dem Sturm ausdrücklich zustimmte.

Der CDU-Landtagsabgeordnete sagte zu, sich auf Landesebene für die Unterstützung auch der kommunalen Einrichtungen einzusetzen: „Das wird sehr schwierig. Und klar ist: Hockenheim ist hier natürlich besonders betroffen.“

Eine Öffnungsperspektive konnten die Aquadrom-Verantwortlichen dem Parlamentarier am Ende des Dialogs mit auf den Weg geben: Aller Voraussicht nach wird das Bad im März wieder seine Pforten für alle Badegäste öffnen.

Stalf abschließend: „Wir stecken nicht den Kopf in den Sand, sondern setzen auf offene Kommunikation, gerade auch in den sozialen Netzwerken. Wir starten in Kürze eine Transparenzkampagne und zeigen, was wir machen und warum wir es so machen.“ (Text/Fotos: Matthias Busse)

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