Sturm und Flammkuchen bei der Jungen Union in Schwetzingen

Der CDU-Landtagskandidat Andreas Sturm war zu Gast bei der Jungen Union Rhein-Neckar im „Blauen Loch“ in Schwetzingen und referierte über die Auswirkungen der Corona-Krise. Der Begriff „Krise“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „trennen“, damit ist die Trennung der Zustände „vor“ und „nach“ einer Krise gemeint, so seien der 11. September oder Corona einschneidende Ereignisse und Wendepunkte einer Entwicklung, deren Bewältigung über Erfolg und Misserfolg entscheide.
Im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie beleuchtete Sturm vier Lebensbereiche: Das Bildungswesen, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt, das Vereinsleben und das Gesundheitssystem.
Die Herausforderungen der Corona-Krise haben dabei wie durch ein Brennglas gezeigt, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf bestehe. Zwar werde über die Notwendigkeit der Digitalisierung in der Schule seit Jahren gesprochen, passiert sei bis zur Krise aber zu wenig, so Sturm, der als Lehrer und in der hessischen Landesbildungsverwaltung arbeitet. Als die Schulen im März geschlossen wurden, mussten mit einen Kraftakt Lernplattformen, Videokonferenzsysteme und digitale Endgeräte eingerichtet werden. „Die Corona-Krise hat tatsächlich dafür gesorgt, dass die digitale Entwicklung an der Schule stark beschleunigt wurde, das darf aber kein Strohfeuer bleiben“, mahnt Andreas Sturm. Das CDU-geführte Kultusministerium habe die Zeichen der Zeit erkannt und die 65 Millionen Euro vom Bund für digitale Endgeräte mit Landesmitteln verdoppelt. Es sei aber nicht Sinn der Sache, Schulbücher nur auf das Tablet zu ziehen, sondern es müssen pädagogische und didaktische Konzepte dazu erarbeitet werden.
Wirtschaftsbetriebe mussten auf Corona reagieren, dabei gibt es wertvolle Impulse für den Arbeitsplatz der Zukunft, schließlich stehen deutsche Firmen in internationaler Konkurrenz. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei für junge Familien ein großes Anliegen, trotzdem gab der Landtagskandidat zu bedenken, dass staatliche Eingriffe, wie ein gesetzlicher Anspruch auf Home Office, nicht in jeder Firma gleich gut umsetzbar seien. Firmen stünden im Wettbewerb miteinander und da Arbeitsbedingungen im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter ohnehin immer wichtiger werden, müsse der Staat nicht noch mehr Vorgaben machen. In jedem Fall sei es nützlich Gewohnheiten zu überdenken und die zeitlichen Einsparpotentiale, die Kostenersparnisse und den Nutzen für die Umwelt zu berücksichtigen, wenn es darum geht, für ein kurzes Meeting extra anzureisen oder eine Videokonferenz abzuhalten.
Vereine, Vereinigungen, Kirchen und Parteien litten stark während der Corona-Zeit, persönliche Begegnungen wurden auf ein Mindestmaß reduziert oder fanden nicht statt. Hier habe sich aber gezeigt, dass es lohne neue Wege zu gehen und kreative oder digitale Wege nutzen, um mit Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Für ein Mitglied müsse es einen Mehrwert geben, in einem Verein Mitglied zu sein. Deshalb kommen auch kleine Gesten, wie ein Anruf bei den Mitgliedern, gut an und das helfe gemeinsam durch die Krise zu kommen. Es bestehe eine große Gefahr, dass die Vereinsarbeit mancherorts einschlafe, das wäre ein unwiederbringlicher Verlust für die Gesellschaft.
Sturm hob die große Leistung des Gesundheitswesens hervor, welches zu Beginn der Corona-Zeit mit Applaus bedacht wurde. Nun entscheidet sich aber letztendlich, wie viel Wertschätzung Angestellte in den Pflegeberufen in Form von Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen wirklich bekommen. Zwar habe Corona für eine akute Bedrohung gesorgt, der Pflegenotstand werde aber in Zukunft auch ohne das Virus immer bedrohlicher.
Anna Köhler, die Vorsitzende der Jungen Union-Rhein-Neckar, moderierte die anschließende Diskussion, bei der die einzelnen Themen noch einmal vertieft wurden. Zum Abschluss zog Andreas Sturm das Fazit, dass Menschen in einer Krise oftmals den Fehler begehen und nur zurück zum Zustand vor der Krise wollen und nicht das Potential sehen, welches in einer Neuausrichtung liege. Deshalb sei es wichtig, dass die Politik ein verlässlicher Partner sei und mit entsprechenden Rahmenbedingungen Zukunftsperspektiven gebe.

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