Andreas Sturm MdL

Unterrichtsversorgung im Bereich Sonderpädagogik verbessern

CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Sturm im Gespräch mit Schulleitung und Elternbeirat der Comenius-Schule Schwetzingen

Schwetzingen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Sturm traf sich zu einem Gespräch über die Lehrkräfteversorgung mit Schulleitung und Vertretern des Elternbeirats der Comenius-Schule in Schwetzingen. Die Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (GENT) in Trägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises.

V.l.: Andreas Sturm MdL, Christine Franz-Villinger (Schulleiterin) und Stefan Kotthoff (Elternbeirat). Foto: Melkus.V.l.: Andreas Sturm MdL, Christine Franz-Villinger (Schulleiterin) und Stefan Kotthoff (Elternbeirat). Foto: Melkus.

Elternvertreter hatten jüngst auf die schwierige Lehrkräfteversorgung an der Schule und die damit verbundene Reduzierung der Stundentafel hingewiesen und sich auch direkt an Sturm gewandt.

„Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung brauchen Struktur, klare Abläufe und intensive Betreuung. Die Unterrichtsreduzierung bedeutet damit nicht nur einen Bildungsverlust für unsere Kinder. Es drohen auch eine Überforderung und Rückschritte in der sozial-emotionalen Entwicklung. Hinzu kommt die organisatorische und emotionale Belastung für uns Eltern und die Überlastung der Lehrkräfte“, schilderte Stefan Kotthoff für den Elternbeirat die Situation.

Der Abgeordnete zeigte Verständnis für die Kritik der Eltern. „Im Bereich SBBZ kommen zwei Faktoren zusammen: massiv steigende Schülerzahlen und eine strukturelle Lehrkräfteunterversorgung. Allein im Bereich des Förderschwerpunktes geistige Entwicklung wird ein Anstieg der Schülerzahlen im Land von 12.000 auf 16.000 Schüler prognostiziert. Die Lehrkräfteversorgung im SBBZ-Bereich liegt bei rund 86 Prozent, in einigen Regionen bei gerade einmal 60 Prozent. Das ist dramatisch und ich kann den Unmut verstehen. Wir müssen hier gegensteuern. Und wir handeln im Land entschlossen“, betonte Sturm, der bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Mitglied im zuständigen Kultusausschuss des Landtags ist.

„Der Kardinalfehler ist vor vielen Jahren gemacht worden, als SBBZ generell infrage gestellt wurden. Daraufhin sind die Studienzahlen im Bereich Sonderpädagogik eingebrochen und die Auswirkungen sehen wir jetzt. Für uns als CDU war immer klar: SBBZ sind ein wichtiger Bestandteil eines vielfältigen Bildungsangebots und ein wichtiger Baustein für eine gelingende Inklusion und für gesellschaftliche Teilhabe. Im CDU-geführten Kultusministerium genießt der Bereich Sonderpädagogik nun wieder Priorität und erhält die notwendige politische Unterstützung“, betonte Sturm.

Schulleiterin Christine Franz-Villinger berichtete dem Abgeordneten, dass aktuell 256 Schülerinnen und Schüler an der Schule unterrichtet würden. Die Schülerzahl wachse weiter massiv an. Insbesondere bei Schülern mit einer geistigen Behinderung aus dem Autismus-Spektrum beobachte man einen deutlichen Anstieg. Der erst 2019 in Betrieb genommene Neubau habe die Gesamtkapazität der Schule um 100 Schüler erweitert und sei dennoch nicht mehr ausreichend. Inzwischen müssten 25 Klassen im Stammhaus untergebracht werden. Hinzu kämen 14 Außenklassen (KOF) an Regelschulen.

„Der starke Schüleranstieg ist räumlich, aber auch personell extrem herausfordernd. Und unsere Lehrkräfte leisten bereits mit hohem Engagement herausragende Arbeit“, betonte die Schulleiterin. Sturm hatte aufgrund der schwierigen Situation an der Comenius-Schule Kontakt zum Schulamt aufgenommen. Hier sei es gelungen, bis zu drei zusätzliche Lehrkräfte für die Comenius-Schule zu gewinnen.

„Dies kann kurzfristig für eine gewisse Entlastung bei der aktuell schwierigen Situation sorgen. Hierfür bin ich dem Schulamt ausdrücklich dankbar. Mittel- und langfristig brauchen wir im Bereich Sonderpädagogik insgesamt deutlich mehr Lehrkräfte. Und das treiben wir im Land jetzt voran“, so der CDU-Parlamentarier. Auf Initiative der CDU-Fraktion seien im letzten Jahr aus dem Stellenkontingent in Höhe von 1.440 Stellen 510 Stellen in den Bereich Sonderpädagogik gegangen.

„Es besteht aber weiterhin eine strukturelle Lehrkräfteunterversorgung und selbst offene Stellen können aufgrund des Lehrkräftemangels in diesem Bereich nicht besetzt werden“, berichtete Sturm. Daher habe man die Studienkapazitäten erhöht und den Direkteinstieg erleichtert. „Dies wird mittelfristig ab 2028 für Entlastung sorgen. Zudem arbeitet das Kultusministerium derzeit an weiteren Maßnahmen, um die Situation im Land nachhaltig zu verbessern“, so Sturm.

Der CDU-Abgeordnete betonte, weiter an diesem Thema zu arbeiten und sich für eine bessere Unterrichtsversorgung im Bereich Sonderpädagogik im Land einzusetzen. Bezüglich der angespannten räumlichen Situation an der Comenius-Schule möchte Sturm auch das Gespräch mit dem Rhein-Neckar-Kreis als Schulträger und Kreisrätinnen und Kreisräten suchen. „Wir arbeiten weiter auf allen Ebenen an den Themen, um die Situation an der Comenius-Schule zu verbessern“, dankte Sturm der Schulleitung und den Elternvertretern für den offenen Austausch.