Andreas Sturm MdL

„Frühe Förderung, klare Standards, starke Schulen“

Landtagsabgeordneter Andreas Sturm (CDU) sprach auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands Plankstadt über die Zukunft der Bildung in Baden-Württemberg

Plankstadt. Auf Einladung der CDU Plankstadt hat der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Sturm MdL, am vergangenen Dienstagabend (25.11.) einen eindrucksvollen Vortrag zur Lage und Zukunft der Schulen in Baden-Württemberg gehalten. Rund 90 Minuten lang nahm Sturm die Gäste mit auf eine klare Analyse des Bildungsystems, von den Ursachen der aktuellen Leistungsprobleme bis zu den Schritten, die notwendig sind, um Schulen wieder zu stärken.

Landtagsabgeordneter Andreas Sturm (CDU) sprach auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands Plankstadt über die Zukunft der Bildung in Baden-Württemberg. (Foto: Busse)Landtagsabgeordneter Andreas Sturm (CDU) sprach auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands Plankstadt über die Zukunft der Bildung in Baden-Württemberg. (Foto: Busse)

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Jutta Schuster eröffnete den Abend und stellte klar, warum Bildung derzeit eines der drängendsten politischen Themen ist: „Wenn immer mehr Kinder nicht ausreichend lesen oder rechnen können, dann reden wir nicht über eine Kleinigkeit. Wir reden über die Grundlage ihrer gesamten Zukunft und auch unserer Gesellschaft.“ Die Entwicklung in Grundschulen, steigende Förderbedarfe und hohe Abbrecherquoten zeigten, so Schuster, dass man „früh und konsequent gegensteuern" müsse.

An diesem Punkt knüpfte Andreas Sturm an und machte deutlich, dass Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren messbar an Boden verloren habe.

„Wir waren einmal bundesweit in der Spitzengruppe. Heute liegen wir – vor allem beim Lesen und in Mathematik – im Mittelfeld. Das darf uns nicht zufriedenstellen“, so Sturm. Besonders alarmierend sei die Zahl der Kinder, die die Mindeststandards nicht erreichen. Ursache sei jedoch nicht allein Zuwanderung: „Der entscheidende Faktor ist der soziale Hintergrund. Wo zuhause kaum gesprochen, gelesen oder vorgelesen wird, starten Kinder mit einem massiven Nachteil.“ Gleichzeitig betonte Sturm, dass Baden-Württemberg weiterhin viele Stärken habe – vor allem in der beruflichen Bildung. „Unsere duale Ausbildung ist international vorbildlich. Das müssen wir schützen und ausbauen.“

Klare Maßnahmen: Sprachtests, Juniorklassen, G9 und neue Grundschulempfehlung

Ausführlich stellte Sturm die Reformen vor, die die CDU in der Landesregierung durchgesetzt habe. Dazu gehören verbindliche Sprachtests mit vier Jahren, Juniorklassen für Kinder, die mehr Zeit zur Schulreife benötigen, Wiederbelebung der Sprach-KiTas, multiprofessionelle Teams an Grundschulen, Lesebänder und Mathebänder, ein weiterentwickeltes G9, das Grundlagenfächer, MINT, Informatik ab Klasse 5 und Demokratiebildung verbindlich stärkt, sowie die neue Grundschulempfehlung („2 aus 3“) – Elternwunsch, Lehrereinschätzung und ein standardisierter Test.

„Wir brauchen faire Übergänge und ehrliche Rückmeldungen“, sagte Sturm. „Es hilft niemandem, wenn wir Probleme weichzeichnen.“

Ein zentraler Punkt des Abends war die Frage der Schulfinanzierung. Sturm erläuterte, wie das Land die Schulbauförderung zuletzt deutlich erhöht habe – von 200 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 450 Millionen Euro 2025. Auch beim Ganztagsausbau trage Baden-Württemberg mit über 860 Millionen Euro den größten Anteil. Gleichzeitig sei der Abstimmungsbedarf mit den Kommunen hoch, etwa bei der Schulsozialarbeit. „Wir brauchen klare Zuständigkeiten und eine faire Lastenverteilung“, so Sturm.

In der anschließenden Debatte wurde deutlich, wie sehr das Thema Bildung den Alltag der Menschen prägt. Eltern, ehemalige Schulleiter, Lehrkräfte und kommunale Mandatsträger diskutierten über Mathedidaktik, den Wert soliden Auswendiglernens, die Rolle der Gemeinschaftsschulen, den Lehrkräftemangel und die Stärken des dualen Ausbildungssystems.

Besonders viel Zuspruch erhielt Sturms Plädoyer, praktischen Bildungswegen mehr Anerkennung zu geben: „Bildung bedeutet nicht automatisch Studium. Bildung bedeutet, ein Leben selbstständig gestalten zu können – ob als Abiturient, Facharbeiter oder Handwerksmeister.“

Am Ende des Abends stand ein klares Bild: Baden-Württemberg kann wieder an die Spitze zurückkehren, wenn früh gefördert, ehrlich gemessen und konsequent gesteuert wird. Oder wie Andreas Sturm es formulierte: „Wir brauchen keine hektischen Experimente. Wir brauchen Verlässlichkeit, klare Standards und Schulen, die wieder Zeit fürs Wesentliche haben: das Lernen.“ (Text/Foto: Matthias Busse)