25 Jahre ze:roPRAXEN
Zum 25-jährigen Bestehen der ze:roPRAXEN traf sich der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm (CDU) mit Prof. Dr. Peter Rohmeiß, Aufsichtsratsvorsitzender sowie Gründer der ze:roPRAXEN, sowie Dr. med. Christian Kuhn, Geschäftsführer der ze:roPRAXEN.Schwetzingen. Zum 25-jährigen Bestehen der ze:roPRAXEN traf sich der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm (CDU) mit Prof. Dr. Peter Rohmeiß, Aufsichtsratsvorsitzender sowie Gründer der ze:roPRAXEN, sowie Dr. med. Christian Kuhn, Geschäftsführer der ze:roPRAXEN. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuelle Situation des Praxisverbunds und die Herausforderungen der ärztlichen Versorgung in der Region.
Von der Dialysepraxis zum deutschlandweit einzigartigen Verbund
Rohmeiß, der Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie in Indianapolis und Portland studierte, arbeitete ab April 2000 als niedergelassener Nephrologe in Schwetzingen und legte damit den Grundstein für den heutigen ze:roPRAXEN-Verbund. Zuvor war der Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Mannheim. Die innovative Idee: Rohmeiß verzahnte die Dialysepraxis direkt mit dem Krankenhaus und schuf durch die enge Zusammenarbeit wichtige Synergieeffekte. Aus dieser Pionierarbeit entstand ein Verbund nephrologischer Ärzte, der sich stetig weiterentwickelte. Heute gehören auch die medizinische Untersuchung, Betreuung und Therapie in den Fachgebieten der Inneren Medizin, Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Onkologie, Allgemeinmedizin sowie der Physiotherapie und Psychotherapie zum Leistungsspektrum des Praxisverbunds. Die beeindruckenden Zahlen: über 30 Standorte in drei Bundesländern, 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 100 Ärztinnen und Ärzte. Diese Struktur sei einzigartig in Deutschland und die zero:Praxen seien essenzieller Bestandteil der ambulanten Gesundheitsversorgung in der Region und darüber hinaus. Rund 200.000 Patientinnen und Patienten im Jahr würden medizinisch versorgt. Professor Rohmeiß hatte 25 Jahre die Geschäftsführung der ze:roPRAXEN inne, bevor er im Jubiläumsjahr den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm. Seitdem ist Dr. Christian Kuhn neuer Geschäftsführer.
Regionale Versorgungskonzepte als Zukunftsmodell
Die Bedeutung solcher Praxisverbünde werde nach Ansicht von Rohmeiß und Kuhn weiter zunehmen, um die ärztliche Versorgung in der Breite zu erhalten. Gerade in strukturschwächeren Regionen seien regionale Versorgungskonzepte und Verbundlösungen die Antwort zur Sicherung der medizinischen Versorgung. Wie in anderen Bereichen gebe es auch in der Medizin immer weniger Menschen, die alleine eine Praxis führen wollten. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung", erklärten die Mediziner.
Telemedizin: Potenzial wird durch rechtliche Hürden gebremst
Professor Rohmeiß und Dr. Kuhn sprachen sich nachdrücklich dafür aus, eine verbesserte rechtliche Grundlage für Telemedizin zu schaffen. Es gebe viele Situationen, in denen ein kurzes Gespräch mit dem Arzt genüge und ein kranker Patient weder in die Praxis müsse noch ein Hausbesuch erforderlich sei. Momentan schränkten jedoch rechtliche Vorgaben die Nutzung ein. Eine Ärztin oder ein Arzt müsse in der Praxis sitzen und nur 30 Prozent der Arbeitszeit dürfe der Telemedizin gewidmet werden. „Damit wird die wertvolle Arbeitszeit von Fachkräften durch rechtliche Verordnungen unnötig erschwert", kritisierten die Mediziner. „Wir müssen auch im Gesundheitsbereich dringend unnötige Bürokratie abbauen und rechtliche Vorschriften auf ihren Nutzen hin überprüfen. Im Mittelpunkt muss die medizinische Behandlung der Patientinnen und Patienten stehen und nicht das Ausfüllen von Formularen und Dokumentationen“, so Sturm.
Delegation statt Substitution
Ein weiteres wichtiges Thema war die Frage, wie Ärzte entlastet werden könnten. Professor Rohmeiß führte aus, dass nicht primär die Substitution - also der Ersatz von Ärzten durch anderes Personal - der passende Lösungsweg sei, sondern die Delegation von Tätigkeiten. Bei der Substitution werde der Arzt von einer anderen Fachkraft ersetzt, die eigenverantwortlich bestimmte medizinische Aufgaben übernimmt. Bei der Delegation hingegen übertrage der Arzt zwar bestimmte Tätigkeiten wie Blutabnahme oder Verbandswechsel an medizinisch geschultes Fachpersonal. Der Arzt bleibe aber weisungsbefugt und behalte die Gesamtverantwortung für den Patienten. Hier könnte insbesondere das Berufsbild des PA (Physician Assistant) eine Möglichkeit darstellen, dies ist aber in den meisten Vergütungsmodellen nicht vorgesehen.
Der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm dankte Professor Rohmeiß und Dr. Kuhn für ihr Engagement und das Gespräch. „Wir müssen auch weiterhin eine hervorragende ambulante medizinische Versorgung in unserer Region sichern. Hierfür werde ich mich weiterhin auf allen Ebenen einsetzen“, versprach Sturm.